Service
15.01.2026
Ein Stromausfall kommt meist unerwartet. Netzbetriebene elektrische Geräte funktionieren nicht mehr, und der gewohnte Alltag steht still. Während kurze Unterbrechungen von wenigen Minuten meist nur lästig sind, kann ein längerer Ausfall oder ein mehrtägiger weiträumiger Blackout – wie vor Kurzem im Südwesten Berlins – zu einer echten Herausforderung werden. Die Devise lautet in allen Fällen: Ruhe bewahren!
– Informationen und Tipps für den Stromausfall –
Der Blick aus dem Fenster (Ist es in anderen Wohnungen auch dunkel? Sind Außen- und Straßenbeleuchtung in Betrieb?), der Blick in den Hausflur und der Kontakt mit Nachbarn liefern Hinweise darauf, ob nur die eigenen Räume betroffen sind oder ob in mehreren Wohnungen oder sogar im gesamten Umfeld der Strom ausgefallen ist.
Ist der Stromausfall nur auf die eigene Wohnung begrenzt, empfiehlt sich zunächst der Check des Sicherungskastens. Für diesen Fall ist es hilfreich, eine Taschenlampe zur Hand zu haben oder die Taschenlampenfunktion des Handys zu nutzen. Es wird dringend angeraten, vor dem Zurücksetzen der Sicherung(en), alle netzbetriebenen Stromverbraucher auszuschalten und dort, wo es möglich ist, die Stecker zu ziehen.
Wenn das Zurücksetzen der Sicherung nicht für Abhilfe sorgt oder die Ursache der Störung nicht offensichtlich erkennbar ist, wenden Sie sich bitte umgehend an die Hotline der FORTUNA (siehe Info-Box 2).
Sind keine Sicherungen herausgesprungen oder zeigt sich, dass mehrere Wohnungen von einem Stromausfall betroffen sind, wenden Sie sich bitte an das 24-h-Störungsmanagement der Stromnetz Berlin und informieren die FORTUNA.
Bei einem übergreifenden Stromausfall (zum Beispiel in einem oder mehreren Gebäuden) wird die FORTUNA versuchen, die Bewohnerinnen und Bewohner schnellstmöglich vor Ort über den Stand der Dinge zu informieren. Bitte beachten Sie auch die Informationen der FORTUNA zum Stromausfall in den Schaukästen/Anschlagsbrettern.
Regionale Radiosender informieren bei Bedarf zur Situation. Diese können über batteriebetriebene Radios, Kurbelradios oder Autoradios empfangen werden. Radiosender sind in der Regel auch dann verfügbar, wenn Mobilnetze und das Internet nicht funktionieren.
In medizinischen Notfällen und bei akuten Gefahren wählen Sie sofort die Notrufnummer von Rettungsdienst (112) oder Polizei (110). Unter der Nummer 112 erreichen Sie sowohl die Notfallrettung als auch die Feuerwehr. Um eine Überlastung der Notrufnummern zu vermeiden, sollten diese nur in einem echten Notfall genutzt werden.
Wenn das Telefon oder die Notrufnummern nicht funktionieren, können Sie – sofern machbar – auch direkt zur Polizei oder ins Krankenhaus gehen. Ferner haben Einsatzkräfte von Notdiensten oder Katastrophenschutz vor Ort, Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe und Taxis häufig die Möglichkeit, Hilfe über Funk anzufordern.
Bei einem längeren großflächigen Stromausfall (mit erheblichen Einschränkungen der Kommunikations- oder Versorgungsmöglichkeiten) können in den Berliner Bezirken feste und mobile Katastrophenschutz-Leuchttürme öffnen. Wenn diese Anlaufstellen in Betrieb sind, versorgen sie die Bürger mit Informationen zur Situation und verschiedenen Hilfeleistungen. Bei Bedarf werden dort Notrufe aufgenommen und weitervermittelt. In Info-Box 1 finden Sie die derzeitigen bzw. geplanten Standorte der festen Katastrophenschutz-Leuchttürme in der Nähe Ihrer FORTUNA-Liegenschaft. Informationen über die konkrete Inbetriebnahme der Katastrophenschutz-Leuchttürme können z.B. in den Medien oder vor Ort per Lautsprecherdurchsage bekannt
gegeben werden. Weitere Informationen zu den Katastrophenschutz-Leuchttürmen finden Sie auf www.berlin.de.
Wenn Sie Unterstützung benötigen, können Sie ergänzend auch Ihre Nachbarn oder vor Ort präsente Mitarbeiter der FORTUNA kontaktieren.
Ein größerer Stromausfall ist – neben der fehlenden Stromversorgung in den Wohnungen – mit infrastrukturellen Einschränkungen im Gebäude verbunden. Insbesondere ist mit einem Ausfall der Wasser- und Wärmeversorgung zu rechnen. Auch die Innen- und Außenbeleuchtung der Gebäude sowie die Aufzüge sind nicht mehr in Betrieb.
Solange noch Druck auf den Wasserleitungen ist, können Behältnisse, Waschbecken und Bade-/Duschwannen vorsorglich mit Wasser gefüllt werden. Wenn die Toilettenspülung nicht mehr funktioniert, kann manuell aus dem Wasservorrat nachgespült werden.
Zusätzliche Kleidung, ein weiteres Paar Socken, eine Mütze und Decken wirken dem Wärmeverlust entgegen und bilden ein isolierendes Polster. Bei Kälte ist es zudem sinnvoll, dass die Haushaltsmitglieder sich hauptsächlich in einem Raum der Wohnung aufhalten und die Türen dabei weitestgehend geschlossen halten – dabei allerdings das regelmäßige Stoßlüften nicht vergessen.
Im Bereich der Kühlschränke und Gefriertruhen gilt es sowohl im Sommer als auch im Winter unnötigen Kälteverlust zu vermeiden. Wenn sie nur selten und sehr kurz geöffnet werden, kann die Kälte länger gehalten werden. Abhängig von Füllgrad und Isolierung können geschlossene Kühlschränke die Kälte ein paar Stunden halten.
Um den Akku zu schonen und Netzüberlastungen zu vermeiden, sollten Mobilgeräte wie Handy und Tablet sparsam genutzt werden. Nutzen Sie das Handy nur für wichtige Kommunikation. Das Abschalten von nicht erforderlichen Funktionen wie WLAN oder Bluetooth kann zur Energieersparnis beitragen.
Als Lichtquellen eignen sich in erster Linie batteriebetriebene LED-Leuchten sowie Taschen-, Stirn- und Campinglampen. Kerzen sind wie jedes offene Feuer mit einem erhöhten Brandrisiko verbunden. Wenn Sie dennoch Kerzen verwenden, stellen Sie diese auf feuerfeste Unterlagen und stellen Sie sie nicht in der Nähe brennbarer Materialien auf. Lassen Sie Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen.
Verwenden Sie zur Erwärmung oder zum Kochen in geschlossenen Räumen niemals nur für den Außeneinsatz konzipierte Gerät wie zum Beispiel Holzkohlegrills. Die Verbrennung verbraucht Sauerstoff und setzt das unsichtbare, geruchlose und insbesondere hochgiftige Kohlenmonoxid (CO) frei. Dies kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Vergiftung führen.
Auch Camping-Gaskocher und gasbetriebene Heizstrahler sind grundsätzlich nicht für den Innengebrauch geeignet. Nutzen Sie im Wohngebäude nur ausdrücklich für Innenräume zugelassene Geräte. Für die Erwärmung von Speisen in Innenräumen kann beispielsweise auch ein Stövchen mit Teelicht oder ein Fondue-Set mit Brennpaste genutzt werden. Bei offenem Feuer ist generell immer besondere Vorsicht geboten.
Gerade in Krisensituationen sind gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliche Verantwortung besonders angesagt. Teilen Sie Informationen und, wenn möglich, auch Vorräte und Hilfsmittel mit Ihren Nachbarn. Gemeinsam lassen sich Ressourcen besser nutzen und Herausforderungen besser bewältigen. Schauen Sie nach, ob ältere oder besonders schutzbedürftige Nachbarn Hilfe benötigen. Ältere Personen könnten beispielsweise Probleme haben, die Treppen zu nutzen.
Die FORTUNA wird die Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Die Kommunikation mit den zuständigen Stellen, die Information der Mieterinnen und Mieter und die erforderlichen Maßnahmen vor Ort werden durch den Krisenstab der FORTUNA ausgeführt. Mitarbeitende der FORTUNA sowie die Quartiermeister sind im Krisenfall vor Ort verstärkt präsent. Die FORTUNA ist bei derartigen Notfällen für ihre Bewohnerinnen und Bewohner rund um die Uhr erreichbar.
Als beste Strategie gilt bekanntlich eine gute Vorsorge. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt einen Vorrat haltbarer Lebensmittel und Trinkwasser, der eine Eigenversorgung für bis zu 10 Tage sicherstellt. Bei Trinkwasser werden 2 Liter pro Person und Tag empfohlen. Besonders geeignet sind länger haltbare Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen. Denken Sie auch an die Versorgung Ihrer Haustiere.
Im Fall eines längeren Stromausfalls sollten die Ressourcen gut eingeplant werden.
Bevor auf den Notvorrat zugegriffen wird, sollten zunächst verderbliche Lebensmittel verbraucht werden.
Ein ausreichender Vorrat an Batterien sorgt dafür, dass batteriebetriebene Lampen und Geräte im Bedarfsfall verwendet werden können. Testen Sie zudem immer wieder die Funktionsfähigkeit batteriebetriebener Geräte. Geladene Powerbanks ermöglichen das Aufladen von Smartphones und kleinerer Geräte. Prüfen Sie regelmäßig die Ausstattung Ihrer Hausapotheke (persönlich benötigte Medikamente, Schmerzmittel, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, …). Bald ablaufende Lebensmittel, Medikamente und Batterien sollten rechtzeitig ausgetauscht werden.
Für Personen, die auf stromversorgte medizinische Geräte (zum Beispiel Medikamentenkühlung, Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren) angewiesen sind, ist es sinnvoll, mit der Ärztin / dem Arzt mögliche Vorsorge- und Notfallmaßnahmen zu besprechen. Wird ein längerer Stromausfall erwartet, sollte gegebenenfalls frühzeitig Kontakt mit Rettungs- und Pflegediensten aufgenommen werden. Halten Sie Notfallausweis und Medikamentenplan griffbereit.
Ohne Strom haben Sie möglicherweise keinen Zugriff auf digital gespeicherte Kontakte. Um hierauf vorbereitet zu sein, sollten Sie eine Liste mit wichtigen Telefonnummern auf Papier vorliegen haben. Zu den wichtigen Nummern gehören auf jeden Fall die von Rettungsdienst, Polizei, Ärzten, Pflegedienst sowie wichtigen Familienangehörigen und Bezugspersonen. Zentrale Notfallnummern sowie die Nummern von Stromnetz Berlin und der FORTUNA finden Sie in Info-Box 2.
Legen Sie sich einen Notfallplan zurecht und besprechen Sie diesen mit allen Haushaltsmitgliedern. Jeder sollte für den Fall des Falles wissen, wo Taschenlampen, Telefonnummern und Notvorräte aufbewahrt werden und wie im Notfall vorzugehen ist. Ein längerer Stromausfall betrifft nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch das soziale Miteinander. Auf Kinder kann die Situation beängstigend wirken. Besprechen Sie die Situation mit ihnen und nehmen Sie sich nach Möglichkeit Zeit für gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise Gesellschaftsspiele oder Geschichten erzählen. Das lenkt ab und stärkt den Zusammenhalt.
Geräte, die bei Rückkehr der Stromversorgung unbemerkt anlaufen, können zu einer Gefahr werden. Wenn z.B. Herd, Backofen, Bügeleisen, Fritteuse, Wasserkocher oder Heizlüfter unbeaufsichtigt wieder anlaufen, besteht Brandgefahr. Am besten ist es, sofort alles nach Bemerken eines Stromausfalls auszuschalten und, sofern möglich, auch die Stecker zu ziehen. So wird zugleich verhindert, dass Geräte im Rahmen der Wiederherstellung der Stromversorgung Schaden nehmen. Beim Wiedereinschalten der Geräte aufmerksam auf Funken, Brandgeruch und Rauchentwicklung achten. Um das Netz nicht zu überlasten, sollten Stromverbraucher nicht alle auf einmal, sondern nach und nach in Betrieb genommen werden. Aus dem gleichen Grund sollten unmittelbar nach Wiederzuschaltung der Stromversorgung keine starken Stromverbraucher wie zum Beispiel Wasserkocher, Heizlüfter, Föhn, Waschmaschinen oder Wäschetrockner genutzt werden.
Die gute Nachricht ist, dass großflächige Stromausfälle in Deutschland glücklicherweise zu den seltenen Ereignissen gehören. Doch zugleich gilt: Wer sich entsprechend vorbereitet, ist im Fall des Falles im Vorteil.
Dieser Beitrag gibt einen ersten Überblick über Themen rund um den Stromausfall.
Bitte informieren Sie sich zum Thema weitergehend über andere Informationsquellen. Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel auf der Webseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): www.bbk.bund.de. Die Broschüre »Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe« des BKK haben Sie vor Kurzem über Ihren Hausbriefkasten erhalten. Falls nicht mehr zur Hand, finden Sie sie auf der FORTUNA-Webseite.
Quellen:
Broschüre des BBK: Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe
Broschüre des BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
www.berlin.de: Katastrophenschutz im Land Berlin